Konzert 1 - Matthias Maierhofer
Erleben Sie das erste Orgelkonzert am Dienstag, den 06.07.2021 um 20:15 Uhr mit Domorganist Matthias Maierhofer. Programm hier online erhältlich.
Kartenvorverkauf erforderlich: online oder im c-punkt Münsterforum
Programm
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621)
Fantasia chromatica
Franz Tunder (1614-1667)
Komm heiliger Geist, Herre Gott
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Triosonate in G-Dur BWV 530
Vivace - Lento - Allegro
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Akira Nishimura (1953)
Vision in Flames
Robert Fuchs (1847-1927)
Variationen und Fuge über ein Originalthema in cis-Moll
Zum Programm
Jan Pieterszoon Sweelinck verstarb vor genau 400 Jahren, das Werk des „Orpheus von Amsterdam“ war stilbildend für den Übergang von der Renaissance- zur Barockzeit und wurde in ganz Europa wahrgenommen und geschätzt. Als Lehrer bildete er einige der führenden Protagonisten der norddeutschen Orgeltradition aus: so zählten zu seinen Schülern vor allem Heinrich Scheidemann, Samuel Scheidt und Melchior Schildt sowie Jacob und Johann Praetorius. Die Fantasia chromatica gilt als eines seiner zentralen Werke, das Stück basiert auf einer absteigenden chromatischen Quarte und ist formal eine Verbindung des strengen italienischen Ricercars und der freien englischen Fantasie („fancie“).
Das Pfingstfest hat über Jahrhunderte Komponisten inspiriert dieses außerordentliche Geschehen darzustellen und zu deuten. Der Choral „Komm, Heiliger Geist, Herre Gott“ ist dabei ganz zentral zu nennen und basiert dabei auf der Pfingstantiphon „Veni sancte spiritus“, die deutsche Übersetzung stammt von Martin Luther.
Kom heyliger geyst herre Gott
erful mit deyner gnaden gutt
deyner gleubgen hertz mut vnnd synn /
deyn brunstig lieb entzund yn yhn
O herr durch deynes liechtes glast /
zu dem glauben versamlet hast /
das volck auß aller wellt zungen /
das sey dyr her zu lob gesungen /
Alleluia. Alleluia.
Du heiliges liecht edler hort /
laß vns leuchten des lebens wort.
Vnd lern vns Gott recht erkennen /
vonn hertzen vatter yhn nennen.
O herr behut vor frembder leer /
das wir nicht meister suchen meer.
Denn Jhesum mit rechten glawben /
vnd yhm aus gantzer macht vertrawen.
Alleluia Alleluia.
Du heylige brunst susser trost /
nu hylff vns frölich vnd getrost.
In deym dienst bestendig bleyben /
die trubsall vnns nicht abtreiben.
O herr durch dein krafft vns bereyt /
vnd sterck des fleisches blodigkeyt.
Das wir hie ritterlich ringen /
durch tod vnd leben zu dir dryngen.
Alleluia Alleluia
nu hylff vns frölich vnd getrost.
In deym dienst bestendig bleyben /
die trubsall vnns nicht abtreiben.
O herr durch dein krafft vns bereyt /
vnd sterck des fleisches blodigkeyt.
Das wir hie ritterlich ringen /
durch tod vnd leben zu dir dryngen.
Alleluia Alleluia
Einer der bedeutendsten Komponisten der barocken norddeutschen Schule war Franz Tunder, als direkter Vorgänger von Dieterich Buxtehude an St. Marien in Lübeck, arbeitet die Verse in der Form der Choralfantasie aus, in dem der den cantus firmus verziert und durch die verschiedenen Stimmen des Orgelsatzes wandern läßt. Die damalige Blüte der Orgelkunst, in Komposition und Orgelbau, spiegelt sich in der großen Virtuosität und farbvollen Darstellung von Affekten.
Johann Sebastian Bachs Schaffen umfasst einige der wichtigsten Werke des Orgelrepertoires - dabei sind sicherlich seine Triosonaten besonders herausragend und stilbildend, stellen sie doch einen Gipfelpunkt der instrumental virtuosen Behandlung eines Tasteninstrumentes dar und adaptieren das kammermusikalische Musizieren für die Orgel.
Im Zentrum des Programmes steht ein aufwühlendes Orgelwerk des japanischen Komponisten Akira Nishimura - Musik im Spannungsfeld asiatischer Tradition und westlicher Moderne. Die Naturgewalt des Feuers wird in der Apostelgeschichte im Pfingstgeschehen sehr eindrucksvoll überliefert - in Nishimuras Vision of Flames kann man Ähnliches erahnen:
"Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ Apg 2, 1–4
Robert Fuchs Ruf als Komponist stützt sich vor allem auf sein Schaffen im orchestralen Bereich - seine Serenaden und Sinfonien sind auch heute noch in Konzertprogrammen zu finden. Zu seinen Lebzeiten war er eine der herausragenden Musikerpersönlichkeiten von Wien und ein enger Freund von Johannes Brahms. Als Hoforganist der Kaiserlichen Kapelle und vor allem als Kompositionslehrer u.a. von Persönlichkeiten wie Wolf, Mahler, Zemlinski, Korngold, Schmidt und Sibelius prägte er den Stil seiner Epoche entscheidend mit. Die Variationen über ein Originalthema in cis-Moll sind sind das umfänglichste Orgelwerk von Robert Fuchs und vermutlich um 1909 entstanden - diese Komposition kann als eines der Hauptwerke der österreichischen Orgelromantik angesehen werden.
Zum Interpreten
Matthias Maierhofer ist seit 2016 Professor für Orgel an der Musikhochschule Freiburg und wirkt als Domorganist am Münster ›Unserer Lieben Frau‹ in Freiburg.
Er studierte Orgel-, Alte Musik- und Kirchenmusik an den Hochschulen von Graz, Freiburg, Leipzig und an der Schola Cantorum in Basel. Noch während seines Studiums war er Preisträger der internationalen Orgelwettbewerbe von Arnstadt, Kitzbühel, Nijmegen, Nürnberg und Vilnius, dies ermöglichte ihm eine rege Konzerttätigkeit bei bedeutenden Festivals in ganz Europa, den USA, Russland, Japan und Südkorea. Als Solist und auch als Continuospieler trat Matthias Maierhofer mit Ensembles wie dem Dresdner Kreuzchor, dem Thomanerchor Leipzig, der Staatskapelle Dresden und der Staatskapelle Halle auf. Am Freiburger Münster musiziert er wöchentlich mit den Domsingknaben, der Mädchenkantorei, der Domkapelle und dem Domchor. Er wirkte bei CD-Produktionen und Publikationen der Edition Helbling mit, es liegen Aufnahmen bei diversen Rundfunkanstalten und bei den Labels Ambitus, Ambiente und Spektral vor.
Von 2009 bis 2013 leitete er eine Orgelklasse an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig; 2013 wurde Matthias Maierhofer als Nachfolger von Prof. Dr. Gerre Hancock auf die Professur für Orgel und Kirchenmusik an die University of Texas in Austin (USA) berufen - dort wurde er 2015 aufgrund seiner pädagogischen Leistungen zum Dean‘s Fellow ernannt und mit dem Ducloux Fellowship des College of Fine Arts ausgezeichnet. Matthias Maierhofer unterrichtet regelmäßig auf Kursen und ist als Juror bei Orgelwettbewerben tätig.
Er studierte Orgel-, Alte Musik- und Kirchenmusik an den Hochschulen von Graz, Freiburg, Leipzig und an der Schola Cantorum in Basel. Noch während seines Studiums war er Preisträger der internationalen Orgelwettbewerbe von Arnstadt, Kitzbühel, Nijmegen, Nürnberg und Vilnius, dies ermöglichte ihm eine rege Konzerttätigkeit bei bedeutenden Festivals in ganz Europa, den USA, Russland, Japan und Südkorea. Als Solist und auch als Continuospieler trat Matthias Maierhofer mit Ensembles wie dem Dresdner Kreuzchor, dem Thomanerchor Leipzig, der Staatskapelle Dresden und der Staatskapelle Halle auf. Am Freiburger Münster musiziert er wöchentlich mit den Domsingknaben, der Mädchenkantorei, der Domkapelle und dem Domchor. Er wirkte bei CD-Produktionen und Publikationen der Edition Helbling mit, es liegen Aufnahmen bei diversen Rundfunkanstalten und bei den Labels Ambitus, Ambiente und Spektral vor.
Von 2009 bis 2013 leitete er eine Orgelklasse an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig; 2013 wurde Matthias Maierhofer als Nachfolger von Prof. Dr. Gerre Hancock auf die Professur für Orgel und Kirchenmusik an die University of Texas in Austin (USA) berufen - dort wurde er 2015 aufgrund seiner pädagogischen Leistungen zum Dean‘s Fellow ernannt und mit dem Ducloux Fellowship des College of Fine Arts ausgezeichnet. Matthias Maierhofer unterrichtet regelmäßig auf Kursen und ist als Juror bei Orgelwettbewerben tätig.









