Publikationen
Orgelführer
Die Orgeln im Freiburger Münster
Geschichte und Konzept der Orgelanlage im Freiburger Münster Unserer Lieben Frau
Jan Kühle, 2. aktualisierte Auflage, 2024
Mit dieser kleinen Broschüre wurde die Literatur über die reiche Geschichte der Orgeln im Freiburger Münster ergänzt. Enthalten sind neben kurzen Beschreibungen der vier Orgeln auch die aktuellen Dispositionen seit dem Neubau der Chororgel und der Ergänzung des Turmwerks im Jahr 2019, sowie des Chamadenwerks 2023.
Der Orgelführer ist für 6,50€ erhältlich im Online-Shop, im Münsterladen, an der Infotheke des Freiburger Münsters und auf dem Münsterturm.
Antiquarisch erhältliche Schriften
- Das Orgelwerk des Freiburger Münsters, Carl Winter / Ludwig Doerr, 3. aktualisierte Auflage Freiburg 1990, herausgegeben vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg i. Br.
- Das Orgelwerk des Freiburger Münsters, Carl Winter, 1. Auflage 1965, Christophorus-Verlag Freiburg im Breisgau
- Die große Orgel im Münster zu Freiburg i. Br., Carl Winter in: Orgel-Monographien: 48, Rheingold-Verlag, Mainz, ca. 1946
- Das neue große Orgelwerk im Freiburger Münster, Friedrich Kempf, Welte, Freiburg im Breisgau, 1929
Einzelne Exemplare sind zeitweise antiquarisch erhältlich: ZVAB
Kompositionen
Das Quartett der Freiburger Münsterorgeln hat zu verschiedenen Zeiten Komponisten animiert, für die Orgeln oder für die Organisten am Münster zu komponieren. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl der Werke zur Verfügung, soweit sie uns bekannt sind Für Hinweise zu Ergänzungen sind wir Ihnen dankbar.
Franz Danksagmüller (*1969)
CM - Turm aus Licht (2020)
Auftragkomposition zum 900-jährigen Jubiläum der Stadt Freiburg. Uraufführung durch Franz Danksagmüller im Freiburger Münster am 21. September 2021.
"CM - Turm aus Licht" entstand zur 900 Jahr-Feier der Stadt Freiburg und wurde von Michael Groß in Auftrag gegeben. Dementsprechend lautet der Titel "CM" (nongenti) - lateinisch für 900. Der "Bauplan" der Komposition korrespondiert mit dem Aufbau des Westturms des Freiburger Münsters: dessen Höhe von 210 Ellen entsprechen den 210 Takten des Stücks, ebenso spielt der goldene Schnitt (130 zu 80 Ellen bzw. Takte) eine wichtige Rolle. Bis zu diesem Punkt baut sich Schritt für Schritt eine Art gregorianisches Organum auf, das sich danach steil nach oben auftürmt. Auch die Glockenklänge des Münsters spielen eine zentrale Rolle: deren Töne und Obertöne bilden die klangliche Grundlage einer Art “Sphärenharmonie”, die immer wieder durchscheint und die den Beginn und das Ende der Komposition bestimmt.
Eine Publikation wird vorbereitet.
Zsigmond Szathmáry *1939
Mors et Vita (2015)
Auftragkomposition anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der vier Münsterorgeln. Uraufführung durch Zsigmond Szathmáry im Freiburger Münster am 21. Juli 2015.
Mit dem Gegensatz „Mors et vita“ beginnt eine Strophe der alten Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ aus dem 11. Jahrhundert: Tod und Leben ringen miteinander. In seinem 12-minütigen Auftragswerk für des Freiburger Münster von 2015 interpretiert Zsigmond Szathmáry diese urmenschliche Erfahrung mit gewaltigen klanglichen Eruptionen.
Hier darf die Orgel zeigen, was sie kann: Größe und Kraft des Instruments werden voll ausgenutzt, aber auch der sanfte und leise Kontrast fehlt nicht. Typisch für Szathmárys Kompositionsstil ist der rezitativisch-improvisatorische Duktus im Wechsel mit streng rhythmisierten Passagen. Immer wieder greift der Komponist Elemente des Kirchenliedes „Christ ist erstanden von der Marter alle“ auf.
Hier darf die Orgel zeigen, was sie kann: Größe und Kraft des Instruments werden voll ausgenutzt, aber auch der sanfte und leise Kontrast fehlt nicht. Typisch für Szathmárys Kompositionsstil ist der rezitativisch-improvisatorische Duktus im Wechsel mit streng rhythmisierten Passagen. Immer wieder greift der Komponist Elemente des Kirchenliedes „Christ ist erstanden von der Marter alle“ auf.
Bärenreiter Verlag, BA 11249
Daniel Roth *1942
Die Liebe ... ein Feuer! (2015)
Auftragkomposition anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der vier Münsterorgeln. Uraufführung durch Daniel Roth im Freiburger Münster am 15. September 2015.
In seiner Auftragkomposition beschreibt Daniel Roth musikalisch die im Lukasevangelium überlieferte Pfingstgeschichte : die im Obergemach mit Maria versammelten Apostel, der heftige Sturm und die Feuerzungen, die verschiedenen Sprachen, wie sie sich gleichsam spiegeln in den Farben der vier Orgeln, und die Danksagung als vom Geist inspirierte Verkündigung. Auch die Pfingstsequenz »Veni Sancte Spiritus« spielt eine mehrfachklangvolle Rolle, und der gregorianische Kommuniongesang »Factus est repente« – »Es kam plötzlich vom Himmel ein Brausen wie ein heftiger Sturm«. Pfingsten begründet die »Communio« als geistgewirkte Gemeinschaft: »Bleibt in meiner Liebe» (Johannes 15).
Gereon Krahforst *1973
Zweite Orgelsymphonie für 1-4 Orgeln (2015)
Auftragkomposition anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der vier Münsterorgeln. Uraufführung durch Gereon Krahforst im Freiburger Münster am 8. September 2015.
Gereon Krahforst bringt die vier Orgeln miteinander in ein vorwiegend rhythmisch-tänzerisches Gespräch über die Gottesmutter. Die Marienorgel übernimmt eine Hauptrolle mit Signalen wie »Salve Regina« und »Regina caeli«. Der »Engel des Herrn« erhebt seine Stimme von der Michaelsorgel, wohingegen die Langschifforgel das irdische Marienleben mit Liedzitaten aufklingen lässt. Dem kleinsten Instrument aber, der Chororgel, obliegt das größte Thema, die göttliche Dreifaltigkeit. Schließlich ist diese Orgel der trinitarisch-marianischen Mitteltafel des Hochaltars von Hans Baldung Grien am nächsten. Das neue Werk folgt den Stationen des Marienlebens mit Verkündigung, Geburt Jesu und den Sieben Schmerzen der Passion. Am Ende dann ihre Himmelfahrt »mit einer gewaltigen Apotheose in Aufwärtsbewegung« (Gereon Krahforst)
Berthold Hummel (1925-2002)
Drei Marianische Fresken für Orgel (1970):
I. Salve Regina - II. Ave Maris Stella - III. Regina Coeli
Auftragkomposition für die Münsterorgeln anlässlich des 850. Stadtjubiläums. Uraufführung durch Hans Musch im Freiburger Münster am 20. Dezember 1970.
Verlag N. Simrock Hamburg-London (Boosey & Hawkes)
Weitere Informationen: www.bertoldhummel.de
Peter Förtig (1934–2024)
STATIONES, Drei Stücke für Orgel (1968)
»Stationes« aus dem Jahr 1968 ist ein Werk »jugendlichen Überschwangs«, so der Komponist im Rückblick. Förtig experimentiert mit den vier Orgeln im Kirchenraum. Dabei werden Gegensätze klanglich ausgetragen (»Antiphone«), es kommt zu dialogischen Kommentaren auf der Grundlage des Chorals »Christe, du Lamm Gottes«, der vermutlich von Martin Luther stammt (»Variationes«), und sogar ein Erleben des Kirchenraumes mitsamt seinen klanglichen Zwischen-Räumen (»Spatia«) wird möglich. (Meinrad Walter)













