Konzert 7 - Stéphane Mottoul

Erleben Sie das siebte Orgelkonzert am Dienstag, den 17.08.2021 um 20:15 Uhr mit Stéphane Mottoul (Freiburg/Luzern). Programm hier online erhältlich.
Kartenvorverkauf erforderlich: online oder im c-punkt Münsterforum

Programm

 
César Franck (1822-1890)
Premier Choral en Mi majeur
 
Maurice Duruflé (1902-1986)
Scherzo op. 2
Prélude et Fugue sur le nom d'ALAIN op. 7 
 
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Improvisationen in verschiedenen Stilen:
- Präludium und Fuge im Deutschen Barockstil
- Andante und Scherzo im Deutschen Romantischen Stil
- Kleine Suite im neo-klassischen Stil
  Introduction und Sicilienne - Rondo alla Bartok - Fuge 

Zum Programm
César Francks Orgelwerke gehören zum Kernrepertoires eines jeden Konzertorganisten. Die drei Choräle, Francks letzte Werke für Orgel, entstanden kurze Zeit vor seinem Tod - er erlebte deren Uraufführung an der Orgel nicht mehr.
Diese Stücke entwickeln dabei in meisterhaft sinfonischer Behandlung der Orgel das feierlich religiös inspirierte freie Choralthema in unterschiedlicher Weise. Der erste Choral ist dabei als Variation gearbeitet - als Hörer erlebt man dabei wie die Orgel gleich einem Orchester durch alle Nuancen zum großen Fortissimo Klang geführt wird. Francks Schüler Louis Vierne beschreibt die musikalischen Intentionen seines Lehrers so: “Franck widmete sich vor allem dem Detail: Melodische Einfälle, harmonische Neuheiten, raffinierte Modulationen, satztechnische Eleganz, kurzum, alles Ausdruck musikalischer Reinkultur.“
Nur wenige Werke sind uns aus dem Schaffen von Maurice Duruflé erhalten - in großer Selbstkritik vernichtete er viele Stücke vor deren Veröffentlichung. Heute gilt er als einer der herausragenden Meister der Orgelmusik des 20. Jahrhunderts. Als Orgelschüler von Louis Vierne und Charles Tournemire ist sein Stil, im Vergleich zu seinen Zeitgenossen Messiaen und Langlais, noch stark im Impressionismus verhaftet - die Formgebung ist sehr klar und die Satztechnik bis ins letzte Detail ausgefeilt.
Sein virtuoses Scherzo op. 2 erinnert an Paul Dukas´ „Zauberlehrling“ Vertonung, Dukas war Duruflés Kompositionsprofessor. Das Prélude et Fugue sur le nom d´ALAIN komponierte Maurice Duruflé 1942 in Erinnerung an seinen Freund Jehan Alain, der tragisch im Krieg gefallen war - das Stück basiert auf einem Tonsymbol, welches Duruflé aus Alains Namen entwickelte - zum Ende des Stückes wird Alains bekanntestes Werk „Litanies“ zitiert.
(Matthias Maierhofer)

Zum Interpreten
Stéphane Mottoul
Stéphane Mottoul ist ein bedeutender Vertreter der jungen Organistengeneration. Der in Belgien, Deutschland und Frankreich ausgebildete Musiker studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart sowie am CRR de Saint Maur, am Conservatoire National de Musique et de Danse in Paris und an der Musikhochschule Freiburg. Zu seinen Lehrern zählten Ludger Lohmanns, Pierre Pincemaille, Thierry Escaich, Jean-François Zygel, Lazlo Fassang, David Franke und Yves Henry.
 
Stéphane Mottoul gewann mehrere internationale Wettbewerbe, unter anderem den internationalen Orgelwettbewerb von Dudelange in Luxemburg mit dem ersten Preis und dem Publikumspreis im Fach Improvisation sowie den dritten Preis im Interpretationswettbewerb. Er wurde mit dem belgischen Hubert-Schoonbroodt-Preis als vielversprechender junger Organist ausgezeichnet. Seitdem tritt in Belgien und im Ausland (Europa, Nordamerika, ...) als Solist, Kammermusiker und mit Orchestern auf.
 
Sein Repertoire erstreckt sich von der Alten Musik über Johann Sebastian Bach bis hin zur Zeit des großen romantischen Repertoires und des 20. und 21. Jahrhunderts. Improvisation nimmt einen bedeutenden Platz in seinen Aktivitäten ein, eine Disziplin, die er in all ihren Formen entwickeln und entfalten möchte, sowohl in der Stilkopie als auch in der Begleitung von Stummfilmen.
 
Seine erste Solo-CD mit dem Orgelwerk von Maurice Duruflé erschien 2017 beim Label Aeolus.
 
Seit 2018 ist er Organist an der Universitätskirche in Freiburg im Breisgau. Er wurde im Jahr 2020, nach einem internationalen Wettbewerb, zum Hof- und Stifts-Organisten der Sankt-Leodegar Hofkirche in Luzern in der Schweiz ernannt. Er wird diese Stelle zum 1. Oktober 2021 antreten.