Konzert 9 - Eiko Maria Yoshimura

Erleben Sie das neunte Orgelkonzert am Dienstag, den 31.08.2021 um 20:15 Uhr mit Eiko Maria Yoshimura (Freiburg / St. Blasien). Programm hier online erhältlich.
Kartenvorverkauf erforderlich: online oder im c-punkt Münsterforum

 

Programm

 
Norman Cocker (1889-1953)
Tuba Tune

Charles-Marie Widor (1844-1937)
Aus „Bachs Memento“
- Marche du Veilleur de Nuit
- Sicilienne

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Passacaglia c-Moll BWV 582

----------------------------------------------

Marcel Dupré (1886-1971)
Paraphrase sur une mélodie de Beethoven „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“

Louis Vierne (1870-1937)
Aus „Pièces de Fantaisie“
Toccata op. 53, 6

César Franck (1822-1890)
Aus "Six Pièces pour Grand Orgue"
Prière Op.20

Jeanne Demessieux (1921-1968)
Te Deum op. 11
 

Zum Programm
Der englische Orgelvirtuose Norman Cocker trat neben seiner liturgischen und konzertanten Arbeit an der Cathedral of Manchester auch als Kinoorganist auf. Bekanntheit erlangte Cocker vor allem durch seine „Tuba Tunes“.
Diese klanggewaltigen Soloregister sind in den großen Kathedralen Englands häufig zu finden - auch die Michaelsorgel des Freiburger Münsters beheimatet ein solch exquisites Register.

Johann Sebastian Bachs Passacaglia gehört zu seinen bekanntesten Werken und ist, da es kein erhaltenes Autograph gibt, ungefähr auf 1706 bis 1713 zu datieren. In der Form sind klar Buxtehudes Einflüsse auf Bach erkennbar, das Thema entstammt wahrscheinlich einer Kyrie-Christe-Kyrie Vertonung von André Raison. Der mit der Tonart c-Moll verbundene Affekt kann nach Philipp Spitta als „schmerzvolles Sehnen“ erfahren werden.

Marcel Dupré gelangte als Orgelvirtuose, Komponist und Pädagoge zu Weltruhm - seine eigene Erklärung für seine einzigartige Karriere betont die stetige Arbeit: „Zwischen dem komponierenden Virtuosen (etwa Liszt) und dem virtuosen Komponisten (etwa Chopin) besteht zwar ein Unterschied, aber ob ein Künstler dieser oder jener Kategorie zugehört, so ist er jedenfalls der Unabhängigste unter den Musikern, wenn sich in ihm ein großes Talent entfaltet. Sklavische, rastlose Arbeit am Instrument prägt sein Privatleben, doch nimmt er sie mit stiller Freude hin. Der Verzicht auf viele Dinge, die andere Menschen im Leben begehren, bereitet ihm weder Sorgen noch Bedauern; ...“ . Für seine 1950 komponierte Paraphrase verwendete Dupré das vierte und zugleich bekannteste der Gellert-Lieder op.48 von Beethoven: Die Ehre Gottes aus der Natur, beginnend mit den Worten „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“.

Jeanne Demessieux wurden aufgrund ihrer außergewöhnlichen Begabungen schon früh höchste Auszeichnungen zuerkannt. Sie studierte Orgel bei Marcel Dupré und übte in ungeheurer Selbstdisziplin bis zu 18 Stunden am Tag. Neben ihrer Karriere als international tätige Orgelvirtuosin unterrichtete Demessieux Orgelklassen in Nancy und Liège und wurde 1962 zur Titularorganistin der Pariser Kirche La Madeleine ernannt. Bei der Komposition ihrer beachtenswerten Paraphrase über das Te Deum hat sich Jeanne Demessieux von der berühmten Orgel der Kathedrale St. John the Divine in New York inspirieren lassen. Pianistische Spieltechnik, hier übertragen auf die Orgel, auf-und absteigende Akkordkaskaden sind die deutlichen Merkmale dieses glanzvollen Stückes. Diese Symphonische Dichtung ist dreiteilig und beruht auf Fragmenten des ambrosianischen Lobgesanges. 
(Eiko Maria Yoshimura)
 
 
Zur Interpretin
Eiko Maria Yoshimura
Eiko Maria Yoshimura wirkt als Organistin am Dom St. Blasien.
Geboren in Nagoya/Japan absolvierte sie ihr Bachelor Studium an der Soai University in Osaka/Japan. Darauf folgte ein Kirchenmusikstudium an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg (Kirchenmusik B) und an der Musikhochschule Freiburg (Künstlerische Ausbildung und Kirchenmusik A). Ihre Studien schloß sie mit einem Gaststudium bei Prof. Dr. Martin Sander an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg ab.
Ihre prägenden Orgelprofessoren waren u.a. Seiji Kubota, Bernhard Marx, Klemens Schnorr und Martin Sander sowie im Privatunterricht Marie-Claire Alain und Wolfgang Rübsam.
Eiko Maria Yoshimura erhielt den 1. Preis, Publikumpreis und Spezialpreis "Gaston Litaize" für die beste Interpretation seines Werkes beim 9. Internationalen Orgelwettbewerb "André Marchal" in Biarritz/Frankreich (2009). 2010 wurde ihr der 3. Preis beim 13.Internationalen César-Franck-Orgelwettbewerb in Haarlem/Niederlande verliehen.
Seit 2007 übernimmt sie regelmäßig Vertretungsdienste als Organistin am Freiburger Münster und seit 2013 in St.Martin Freiburg.
Konzerte führten sie bislang durch Deutschland, Frankreich, Schweiz, Niederlande, Tschechische Republik, China und Japan.