Die Metzler-Orgel
Die Orgel mit ihren vier Teilwerken steht auf der Ostempore in der Längsachse der Kirche; das Rückpositiv, ein Teilwerk im Rücken des Organisten, ist mitten auf der Empore plaziert - wie auch bei der Metzler-Orgel des Züricher Großmünsters - hinter der Fläche, die Chor und Orchester vorbehalten bleibt. Darüber thront das Hauptwerk mit zwei Türmen und drei Fachfeldern: es wird flankiert von den beiden Türmen des Pedalwerks, die in der unteren Ebene mit dem Rückpositiv durch zwei Musiktribünen verbunden sind (für Sänger oder Bläser). Hinter dem Hauptwerk befindet sich das Schwellwerk, erkennbar an hölzernen Jalousien, die der Organist vom Spieltisch aus öffnen oder schließen kann.Von der eigenen Sägerei der Orgelbauwerkstätte wurde das Gehäuse aus Eiche massiv (gezapft) angefertigt und in klassischer Konstruktion mit Rahmen und Füllungen gearbeitet. Die Gesimse der insgesamt sieben geschweiften Türme und fünf Flachfelder sind profiliert. Auch die Schleierbretter über den Prospektpfeifen sind aus Eiche geschnitzt; von der Jugendstil-Ornamentik an der Kanzel und in der Vorhalle stammen die Motive für die Schnitzereien (Rankenwerk mit Palmettenvoluten). Das Schwellwerk steht in einem separaten Gehäuse hinter dem Hauptwerk.
Die Spieltafel ist in das Untergehäuse des Hauptwerks eingebaut, über vier „Claviere“ - drei Manuale und Pedal - spielt der Organist die vier Teilwerke des Instrumentes an, die auch aneinander gekoppelt werden können. Zu beiden Seiten der Manuale sind die Registerzüge angebracht, über der Pedalklaviatur sämtliche Koppeln als Kipphebel, außerdem der Schwelltritt und die Gruppenzuge für Choralforte, Mixturen und Pedal. Ein Continuo-Spieltisch ist in das Untergehäuse des Rückpositivs eingefügt: über ein Manual mit angehängtem Pedal läßt sich das Rückpositiv bedienen; dadurch ergibt sich ein optimaler Kontakt zu Chor und Orchester unmittelbar davor. Johann Sebastian Bach hatte einen solchen Continuo-Spieltisch für die Thomaskirche zu Leipzig vorgeschlagen. Mittels dieses zweiten Spieltisches läßt sich auch die gesamte Literatur für zwei Orgeln (Epistel- und Evangelienorgel) aufführen.
Die Orgel besitzt insgesamt 3536 Pfeifen, darunter 117 Holzpfeifen. Die größte Pfeife ist 6,50 m lang, die kleinste 9 mm. Alle Pfeifen, auch die Zungenregister, wurden in eigener Werkstätte hergestellt. Die Metallpfeifen - mit Ausnahme der Prospektpfeifen - wurden aus gehämmertem „Orgelmetall" (Zinn-Blei-Legierung) angefertigt.
Disposition der Orgel in St. Johann
erbaut 1981 als Opus 517 von der Metzler Orgelbau AG in CH-8953 Dietikon (ZH)| RÜCKPOSITIV (I. Manual) | HAUPTWERK (II. Manual) | |||||
| Praestant | 8' | Principal | 16' | |||
| Gedeckt | 8' | Octave | 8' | |||
| Quintade | 8' | Hohlflöte | 8' | |||
| Principal | 4' | Quinte | 5 1/3' | |||
| Rohrflöte | 4' | Octave | 4' | |||
| Octave | 2' | Spitzflöte | 4' | |||
| Waldflöte | 2' | Quinte | 2 2/3' | |||
| Sesquialtera | 2 2/3' | 2 fach | Superoktave | 2' | ||
| Larigot | 1 1/3' | Mixtur | 1 1/3’ | 4 fach | ||
| Scharff | 1' | 4 fach | Zimbel | 2/3’ | 3 fach | |
| Krummhorn | 8' | Cornet | 8' | 5 fach | ||
| Vox humana | 8' | Fagott | 16' | |||
| TremulantCymbelstern | Trompete PEDALWERK | 8' | ||||
SCHWELLWERK (III. Manual) | ||||||
| Bourdon | 16' | Untersatz | 32' | |||
| Principal | 8' | Principal | 16' | |||
| Rohrflöte | 8' | Subbaß | 16’ | |||
| Spitzgambe | 8' | Octavbaß | 8' | |||
| Unda maris | 8' | Bourdon | 8' | |||
| Principal | 4' | Octave | 4' | |||
| Nachthorn | 4' | Mixtur | 2 2/3’ | 5 fach | ||
| Nasard | 2 2/3' | Posaune | 16' | |||
| Doublette | 2' | Trompete | 8' | |||
| Terz | 1 3/5' | Trompete | 4' | |||
| Sifflöte | 1' | |||||
| Mixtur | 2' | 5 fach | ||||
| Trompete | 8' | |||||
| Oboe | 8' | |||||
| ClaironTremulant | 4' | |||||
Mechanische Spieltraktur und mechanische Koppeln: Rückpositiv / Hauptwerk, Schwellwerk / Hauptwerk, Rückpositiv / Pedal, Hauptwerk / Pedal, Schwellwerk / Pedal
Mechanische Registertraktur mit drei Gruppenzügen: Choralforte HW+PED an / ab, Mixturen HW+PED an / ab, Pedalzungen an / ab
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Bezirkskantor Stephan Rahn spielt an der Metzler-Orgel in St. Johann.
Das Orgelpositiv im Altarraum
Im Juni 1975 beschloß der Stiftungsrat, für die Familiengottesdienste mit Kinderchor und Instrumenten ein Orgelpositiv anzuschaffen, das seinen Platz bei der neuen Altarinsel erhalten sollte. Der Auftrag erging an die Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath aus Hamburg, welche das Instrument im August 1976 lieferte. Das Orgelpositiv ist tragbar und besitzt fünf Register auf einem Manual. Der Tastenumfang reicht von C bis f"', alle Register sind geteilt in Baß und Diskant (C-h, c'-f"').
Disposition des Orgelpositivs:
Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Principal 2'
Quinte 1 1/3'
Scharf 3fach 1/2'
Im Prospekt („Gesicht") des Instrumentes stehen Pfeifen des Registers Principal 2'. Insgesamt besitzt die Orgel 378 Pfeifen; die unterste Oktave des Registers Gedackt 8' besteht aus Eiche, alle anderen Pfeifen aus Orgelmetall" (Zinn-Blei-Legierung). Die Gehäuseflächen, Tragegriffe und Klaviaturdeckel sind aus Eiche gefertigt, Rahmen, Notenpult, Klaviaturwangen und Schleiergitter aus Ahorn.













